Haus Meister
Neubau Einfamilienhaus

Das monolithisch gegossene Haus, welches jedes architektonische Detail in sich zu verschlucken scheint, ist als autistischer und doch vertrauter Solitär in ein Einfamilienhausquartier gesetzt. Im Fassadenspiel aus Blind- und Vollfenstern hallt die alltägliche Kontur und Körnung des Mittellandes in einer materiellen Translation nach. Die Umgebungsgestaltung entspringt der gleichen Haltung und setzt sich zusammen aus wiederverwendeten Elementen des Vorgängerhauses. Das Balkonelement ist dem Bau als eigenständige feuerverzinkte Stahlstruktur vorgestellt und betont den monolithischen Grundkörper, dessen Obergeschoss – erst auf den zweiten Blick ersichtlich – um 8 Zentimeter aus der Achse gedreht ist. Die Gestalt des Hauses ist in seiner formalen Ursprünglichkeit eine Reminiszenz an Rachel Whiteread skulpturale Arbeit. Im Inneren präsentiert sich eine differenzierte Materialwelt aus Kalksandsteinmauerwerk und Beton, welche sandgestrahlt und lasiert wurden, um die Oberflächen zu einer kohärenten Gesamterfahrung zusammenbinden. Anstatt technischer Details werden dem Benutzer verschiedene haptische Qualitäten präsentiert. Eine Palette von Form gewordenen Raumerfahrungen tritt so in den Vordergrund, wie die schwebende Betontreppe, die zwischen zwei Kalksandsteinwänden gelagert mit ihrer im Anhydrit gerahmten letzten Treppenstufe die Raumelemente verschmilzt. Die Integration des Storenkastens in die Fassade wurde als Anlass genommen, zur Reichhaltigkeit des architektonischen Gesamtausdrucks beizutragen: Durch ein komplexes Verfahren von Abbindeverzögerung, Sandstrahlung und Stockung wurde er gleichsam in einem tektonischen Röntgenbild zum Vorschein gebracht.

Haus Meister · Rümlang, Schweiz · 2010–2012

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2003 situation 1000
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2003 grundgriss 2
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2003 schnitt ansicht 2
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Haus Meister