Neubau Campus Messestrasse der Sigmund Freud Privatuniversität
Geladener Gestaltungswettbewerb

Der Universitätsbau als ruhiger Körper mit quadratischem Grundriss und Innenhof manifestiert den inneren Wert der Sigmund-Freud-Universität: die akademische Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Der Baukörper macht von der Strasse einen Schritt zurück und stellt dadurch die Hauptfassade frei. Diese Geste ermöglicht auch dem Nebengebäude sich in Szene zu setzen und es entsteht ein ausgewogenes Ensemble. Dieses hebt sich durch noble Gelassenheit von der aktiven Formensprache der Umgebung ab. Die Universität, ein Ort der geistigen Konzentration – ein Haus mit klaren Strukturen und sinnlicher Anmut. Der Innenhof nimmt Bezug auf den Ursprung aller europäischen Universitäten, die Klöster in denen Lehre und Kontemplation in Einklang standen. Holz als Wahl für die Primärkonstruktion trägt der Behaglichkeit vielschichtig Rechnung. Das Gebäude ist in einer Hybridkonstruktion aus Holz-Beton-Verbundrippendecken und Holzstützen in einem durchgehenden Raster modular aufgebaut. Dies lässt bei der räumlichen Einteilung allergrösste Flexibilität zu. Die Fassade aus weissen Gewebebändern legt sich wie ein textiler Schleier um die Gebäude. Die Bänder sind gewickelt, bei Bedarf nach freier Aussicht um die eigene Achse gedreht. Weitmaschige Transparenz wechselt sich mit engmaschiger Dichte ab. Drapierte Faltungen, Bordüren als Abschluss, erzeugen ein changierendes, bezauberndes Spitzenkleid. Diese ephemere Erscheinung weckt Sehnsüchte, lässt die Weltausstellung von 1873 mit ihrer Pracht anklingen und ist trotz ihrer Eleganz ganz mit dem Prater verortet. Ambivalent, einerseits dem Ort verhaftet, andererseits sinnlich entrückt – Träumen gleich.

Campus Messestrasse · Wien, Österreich · 2012

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